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Mittwoch, 11. August 2010

Jüdische Lieder und Gebete in klassischen Kompositionen

In der Ausstellung zur Familie Mendelssohn in der Mendelssohn-Remise findet sich auch ein Bereich, der sich mit den jüdischen Wurzeln dieser Familie beschäftigt. Das Programm dieses Konzertes widmet sich der Musik die durch die Beschäftigung verschiedener Komponisten mit jüdischen Liedern und Gebeten entstanden ist.
Max Bruch hatte immer ein hohes Interesse an Volksliedern und so entstand 1881 ein Konzertstück für Cello und Orchester "Kol Nidrei". Der Titel bezieht sich auf eine Gebet, das am Versöhnungstag gesprochen wird, der Untertitel der Komposition "Adagio nach hebräischen Melodien" macht deutlich, dass Max Bruch sich auch mit anderen jüdischen Weisen beschäftigt hat. Ödön Pártos wirkte nach seiner Emigration 1933 im Israelischen Philharmonischen Orchster als Solobratschist und schuf 1947 "Yizker" in Erinnerung an den Holocaust. "Yisker" werden die Gedenkbücher jüdischer Gemeinden in Osteuropa genannt und sie sind bis heute eine wichtige Quelle der Recherche um das jüdische Leben in dieser Region. Mark Kopytman, geboren in der Sowejetunion, lebt seit 1972 als Professor für Komposition in Jerusalem und gilt als einer der wichtigsten israelischen Komponisten der Gegenwart. "Kaddish" ist ein Werk mit sehr unterschiedlichen Farben und Temperamenten und vielen überraschenden Wendungen - Kaddish, das Gebet zu Totengedenken, steht in einer Tradition von Vertonungen die vom Barock über Ravel bis hin zu Leonard Bernstein reicht.

Avishai Chameides Bratsche
Alba Gentili-Tedeschi Klavier

Max Bruch (1838 - 1920) Kol Nidrei op.57

Ödön Pártos (1907 - 1970) Yizkor (In Memoriam)

Mark Kopytman (*1929) Kaddish

Mittwoch, den 11.8.2010 um 13.00 Uhr

Mendelssohn - Remise, Berlin-Mitte, Jägerstraße 51, nahe Gendarmenmarkt 030-817 04 726

Das gesamte Programm der Mittagsmusiken finden Sie im entsprechenden Post =>

Dienstag, 10. August 2010

Duo Hera und Herin Sung



Ein Duo, und das gilt ganz besonders auch für dieses, besteht auch aus zwei Solisten, zwei musizierende Persönlichkeiten die dann in einem Duo zu einer besonderes Formation zusammenwachsen.
Diese zweite Mittagsmusik in der Mendelssohn-Remise beginnt mit einer Komposition des "Berliner" Bach: Carl Philipp Emanuel, dem zweiten Sohn von J.S. Bach. Am Hofe Friedrichs des Großen angestellt komponierte er viele Werke für Flöte in unterschiedlichsten Besetzungen, aber nur eine für Flöte solo, die Hera Sung (unteres Bild)spielen wird. Felix Mendelssohn erweist dann die Pianistin Herin Sung ihre Reverenz. Die Fantasie op.28 komponierte er 1833, ein Werk das auch mit so klangvollen Titeln wie "Sonate écossaise" oder "Schottische Sonate" bedacht wurde - 4 Jahre zuvor hatte er eine längere Reise durch Schottland unternommen.
Das abschließende Flötenkonzert von Jacques Ibert gehört zu den wichtigen und sehr virtuosen Konzerten der Flötenliteratur; hier wird das Klavier das Orchester ersetzen.

Carl Philipp Emanuel Bach (1714 - 1788) Sonate a-moll für Flöte Solo
Poco adagio
Allegro
Allegro


Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 -1847) Fantasie fis-moll, Op.28
Con moto adagio - Andante
Allegro con moto
Presto


Jacques Ibert (1890 - 1962) Concerto pour flute et orchestre
Allegro
Andante
Allegro scherzando

Hera Sung Querflöte
Herin Sung Klavier

Dienstag,den 10.8.2010 um 13 Uhr
Mendelssohn-Remise
Berlin-Mitte, Jägerstraße 51, nahe Gendarmenmarkt
030-817 04 726
Das gesamte Programm der Mittagsmusiken finden Sie im ensprechenden Post =>

Mittwoch, 4. August 2010

Die Sonne brennt fortissimo!

Studenten und Absolventen der Berliner Hochschulen und des Jazz-Instituts musizieren in der Mendelssohn-Remise

Die Sonne brennt fortissimo - mit diesem schmunzelnden Seufzer Felix Mendelssohns als Motto finden alljährlich die Mittagsmusiken an historischem Ort in der Jägerstrasse statt.
Dieses Mal ist ein Programm entstanden, das sich zum einen eher selten solo zu hörenden Instrumenten widmet, zum anderen aber auch innerhalb eines Konzertes mehrere Instrumentenkombinationen vorstellt. So werden Bratsche, Vibraphon, Tuba und ein Beatboxer zu hören sein, während z.B. beim Eröffnungskonzert drei Musiker sich in Solo, Duo und Trioformation präsentieren.

9.8. bis 20.8.10 alle Wochentage außer Samstag und Sonntag
Beginn: 13.00 Uhr
Konzertlänge: etwa 40 Minuten

Konzeption und Moderation: Annette Spitzlay


Montag, den 9.8.

Ling-Show Lee Violine
Shih-Cheng Liu Querflöte
Shih-Yu Yu Klavier

Werke von J.S. Bach, F.Doppler und F.Kreisler


Dienstag, den 10.8.

Duo Hera und Herin Sung

Hera Sung Querflöte
Herin Sung Klavier

Werke C.Ph.E. Bach, F. Mendelssohn Bartholdy und J. Ibert


Mittwoch, den 11.8.

Jüdische Lieder und Gebete in klassischen Kompositionen

Avishai Chameides Bratsche
Alba Gentili-Tedeschi Klavier

Werke von M.Bruch, O. Partos und Mark Kopytman


Donnerstag, den 12.8.

"Souvenirs de Vienne"
Originalwerke für Blockflöte und Klavier der Biedermeierzeit

Simon Borutzki Blockflöte
Enno Kraus Klavier

Werke von Ernest Krähmer, Abbé Joseph Gelinek, Ludwig van Beethoven, Carnaud aîné

Freitag, den 13.8.

Duo con Brio

Christopher Mann Gitarre
Iskandar Widjaja Violine

Werke von J.S. Bach, E. Granados, E.Ysaÿe und A. Piazolla


Montag, den 16.8.

Andrei Banciu Klavier

Werke von J.S. Bach, J.Brahms und C. Debussy


Dienstag, den 17.8.

Trio Maßnahme

Lilia Antico Vibraphon
Thorsten Müller Klarinette
Benjamin Hiesinger Kontrabass

Eigenkompositionen und Improvisation


Mittwoch, den 18.8.

Cello und Cembalo im Barock

Lea Rahel Bader Barockcello
Jia Lim Cembalo

Werke von Gabrieli, Barrière, Buxtehude und Couperin

Donnerstag, den 19.8.

Peter And The Wolvettes
ABBA - a capella

Peter Stohl Beatboxer
Stefanie Polster Alt
Henriette Groth Mezzosopran
Jennifer Kothe Sopran

Freitag, den 20.8.

Tuba, Saxofon und Klavier!

Benjamin König Tuba
Miriam Dirr Saxofon
Enno Kraus Klavier

Werke von Frescobaldi, Schumann, Piazolla

Samstag, 20. September 2008

Die Sonne brennt fortissimo

Mittagskonzerte in der Mendelssohn-Remise

Im Berliner Hochsommer verwandelte sich um die Mittagszeit die Mendelssohn-Remise in der Jägerstraße 51 (nahe Gendarmenmarkt) in einen Konzertsaal. Zwischen dem 31.Juli und 15.August musizierten hier Studenten der UdK Berlin - immer eine halbe Stunde, immer um 13 Uhr, bei freiem Eintritt. Ein Publikum aus Berlinern, Touristen und Angestellten der umliegenden Büros füllte die Remise - bei weit geöffneten Türen saßen sogar etliche im Innenhof; der plätschernde Springbrunnen gab seine musikalischen Ideen dazu ...

31. 7. Ensemble Nuance
2 Blockflöten, Cello, Cembalo
Werke von J.S. Bach, Dario Castello und Matthew Locke

1.8. Karoline Goebel, Jasmin Schulz, Katrin Höft, Gesang
Nikolai Orloff, Klavier
Chansons der 20er Jahre von Cole Porter, Friedrich Holländer, Kurt Weill u.a.

4.8. Naoko Sonoda, Klavier
Werke von L.v. Beethoven und F. Chopin

5.8. Nora Lentner, Sopran
Sophie Hoffmann, Klavier
Schwungvolle Arien aus der Welt der Oper und Operette

7.8. Shih-Chen Liu, Flöte
Akihito Okuda, Klavier
Werke von F. Kuhlau und C. Reinecke

8.8. Keiko Yuasa und Zenta Yoshiizumi
Vier und zwei Hände am Klavier
Werke von C. Debussy, J.S. Bach, F. Chopin, C. Saint-Saëns

11.8. Maximilian von Pfeil, Cello
Katarzyna Wieczorek, Klavier
J. Brahms: Sonate e-moll

12.8. Jordi Bitlloch, Klavier
Werke von L.v. Beethoven und O. Messiaen

14.8. Ensemble Estampie
3 Blockflöten
Werke von J. Cicconia, H.v.Ghizeghem, J.S. Bach u.a.

15.8. Vitaly Shal, Gitarre
Werke von I. Albeniz, A. Mundara u.a.

Koordination der Reihe: Annette Spitzlay

Montag, 30. Juli 2007

Die kleinen Glückseligkeiten der Mendelssohns

Eine Veranstaltung vom 24.5.07 in der Mendelssohn-Remise, Berlin Jägerstrasse

3 Rückblicke und ein weitgereister Gast stellten, gemeinsam mit zwei Pianisten, 150 Jahre privates Musizieren in der großbürgerlichen Familie Mendelssohn vor.

Ausgehend vom jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn (1729-1786) und seinen Söhnen - den Begründern des sehr erfolgreichen Bankhauses Mendelssohn - konnte man bis zur Liquidation des Hauses 1936 eine Tradition des häuslichen Musizierens nachverfolgen. Dabei wurde zu allen Zeiten nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch mit herausragenden Musikerfreunden musiziert. Die Komponisten der Familie, Fanny und Felix Mendelssohn, aber auch der weniger bekannte Arnold Mendelssohn gaben zudem weitreichende Impulse.

Der Abend in der Remise des ehemaligen Bankhauses kombinierte diese Rückblicke mit vierhändigen Werken von Fanny und Felix Mendelssohn, Mozart und Schumann. Fritz Kempner, der mit seiner Familie 1938 in die USA emigrieren musste, erzählte an diesem Abend lebhaft aus seinen Erinnerungen an die Zeiten des unbeschwerten Musizierens seiner Familie in Berlin.

Moderation: Annette Spitzlay.
Piano: Enno Kraus & Sven Witzemann.

Links:
- Die Familie Mendelssohn 1729-1847. Nach Briefen und Tagebüchern. Von Sebastian Hensel
- Mendelssohn-Remise. Geschichtsforum Jägerstraße (Berlin)